Metall-Werkbankgestell mit Schweißnähten und Kanten auf rutschhemmendem Boden
Bild: Wohnstoffkunde

Bodenbeläge

Teil von Möbelmaterialien prüfen mit Überblick über Holz, Metall, Glas und Kunststoff

Metallmöbel im Innenbereich auf Arbeitsflächen nach ASI 4.40 prüfen

Metallmöbel prüfen nach ASI 4.40: Prüfkriterien wie Kanten, Schweißnähte und Oberflächen, dazu Arbeitsstättenverordnung und DIN EN 527 im Überblick.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bei Metallmöbeln prüfen Sie zwei Dingedas Möbel selbst und die Fläche darunter.
  • Kanten, Schweißnähte und Oberflächen kontrollieren Sie am Möbel, die Bewertungsgruppe am Boden.
  • Für Büro-Arbeitstische gilt die Normenreihe DIN EN 527 mit Maßen, Sicherheitsanforderungen und Prüfverfahren.
  • Die ASI 4.40 liefert die Prüfkriterien für die Aufstellfläche.
  • Beide Befunde gehören in ein Prüfprotokoll mit Datum und prüfender Person.

Was die ASI 4.40 mit Metallmöbeln zu tun hat

Metallmöbel wie Werkbankgestelle, Regale und Schreibtischunterbauten stehen selten frei. Sie stehen auf einem Bodenbelag, dessen Rutschhemmung, Festigkeit und Reinigungsbeständigkeit den Einsatz mitbestimmen. Die ASI 4.40 setzt dort an und beschreibt, welche Anforderungen die Aufstellfläche erfüllen muss.

Für das Möbel selbst greift die Arbeitsstättenverordnung. Die grundlegenden Anforderungen an Arbeitsstätten stehen im Anhang der Arbeitsstättenverordnung. Prüfen Sie deshalb vor der Bestellung, welche Reinigungsverfahren, Transportwagen und Flurförderzeuge später zum Einsatz kommen.

Eine Gefährdungsbeurteilung ist bei der Planung neuer Arbeitsräume und bei wesentlichen Änderungen wie Umbau oder Nutzungsänderung fällig. Sie schließt Stolpern, Rutschen und Stürzen ein. Halten Sie darin fest, welche Bewertungsgruppe der Belag hat und welche Punkte am Möbel kontrolliert wurden.

Kanten, Schweißnähte und Oberflächen am Möbel prüfen

Am Metall zählen drei Kontaktstellen. Diese Schrittfolge lässt sich bei jeder Lieferung und nach jeder Reparatur anwenden:

Kanten, Schweißnähte und Oberflächen prüfen

  1. Kanten sichtprüfen und abtastenGrate, scharfe Ecken, abgeplatzte Beschichtung.
  2. Schweißnähte kontrollierendurchgehender Verlauf, keine Spritzer und keine Rostansätze.
  3. Oberflächen beurteilengleichmäßige Beschichtung, gratfreie Kontaktflächen, beständig gegen eingesetzte Reinigungs- und Desinfektionsmittel.
  4. Standsicherheit und Mechanik testenKippverhalten bei aufgelegter Last, leichtgängige Schraubverbindungen.
  5. Befund mit Datum, Prüfer und Bemerkung notieren.

Kontrollieren Sie auch die Unterseite von Tischplatten und Gestellen. Dort verstecken sich scharfe Blechkanten, unverschlossene Bohrungen und Feuchtigkeit, die Korrosion auslöst. Eine gleichmäßige Pulverbeschichtung schützt Metall im Innenbereich, ersetzt aber keinen Korrosionsschutz an Schnittkanten. Notieren Sie Mängel mit Foto und Position im Raum, damit Nacharbeiten nachvollziehbar bleiben.

Für Büro-Arbeitstische ordnet die Normenreihe DIN EN 527 die Nachweise: Teil 1 regelt Maße, Teil 2 die sicherheitstechnischen Anforderungen, Teil 3 die Prüfverfahren für Stabilität und Festigkeit der Konstruktion.

Aufstellfläche nach ASI 4.40 beurteilen

Der Belag muss ein Mindestmaß an Rutschhemmung oder Verdrängungsraum bieten und mechanisch fest sein. Er muss auf dem Untergrund haften und sich mit Transportwagen vibrationsarm befahren lassen. Gleitfördernde Stoffe setzen sich in Hohlräumen ab, wodurch die rutschhemmende Wirkung länger erhalten bleibt. Der Reinigungsaufwand fällt dafür höher aus.

Welche Anforderungen insgesamt gelten, fassen die Arbeitsstättenregeln und Arbeitsstätten-Informationen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zusammen.

Bei Übergängen empfiehlt die ASI 4.40 benachbarte Bewertungsgruppen, ein Belag der Gruppe R 12 also neben R 11 oder R 13. Die folgende Übersicht ist eine aus der ASI 4.40 abgeleitete eigene Darstellung und keine Normtabelle.

Aufstellfläche nach ASI 4.40

BewertungsgruppeBenachbarte GruppenMöglicher Nachweis
R 9R 10Herstellerangabe, Positivliste IFA
R 10R 9, R 11Herstellerangabe, Positivliste IFA
R 11R 10, R 12Herstellerangabe, Positivliste IFA
R 12R 11, R 13Herstellerangabe, Positivliste IFA
R 13R 12Herstellerangabe, Positivliste IFA

Als Nachweis für die Bewertungsgruppe dienen die Positivliste des Instituts für Arbeitsschutz der DGUV oder eine Herstellerangabe. Normen für Bodenbeläge und ihre Klassifizierung erarbeitet der Normenausschuss Bauwesen im DIN.

Prüfprotokoll: Beispiel für Möbel und Aufstellfläche

Ein Protokoll hält fest, was geprüft wurde und wer den Befund verantwortet.

Prüfprotokoll: Beispiel

PrüfpunktKriteriumNachweisErgebnis
Kantengratfrei, gerundet oder gefastSichtprüfung, Tastprüfung
Schweißnähtedurchgehend, spritzerfreiSichtprüfung
Oberflächenbeschaffenheitintakte Beschichtung, reinigungsbeständigHerstellerangabe, Reinigungsplan
Standsicherheitkein Kippen bei LastLastprobe, Aufbauanleitung
AufstellflächeBewertungsgruppe, VerdrängungsraumHerstellerangabe, Positivliste
Reinigungbeständig gegen Mittel und VerfahrenSicherheitsdatenblatt, Reinigungsplan

Spalten für Datum und prüfende Person gehören dazu, damit die Unterlage bei Begehungen Bestand hat. Wiederholen Sie die Sichtprüfung nach jedem Umbau und nach jeder Reparatur am Gestell. Bei Mietmöbeln lohnt ein Abgleich mit den Angaben des Herstellers, bevor Sie Mängel beanstanden.

Häufige Fragen

Prüft die ASI 4.40 das Metallmöbel oder den Boden?

Die ASI 4.40 betrifft die Aufstellfläche. Kanten, Schweißnähte und Oberflächen prüfen Sie am Möbel selbst.

Welche Norm gilt für Metallmöbel an Büroarbeitsplätzen?

Für Büro-Arbeitstische gilt die Normenreihe DIN EN 527. Teil 1 regelt Maße, Teil 2 Sicherheit, Teil 3 die Prüfverfahren.

Wann ist eine Gefährdungsbeurteilung erforderlich?

Bei der Planung neuer Arbeitsräume und bei wesentlichen Änderungen wie Umbau oder Nutzungsänderung.

Was gehört in ein Prüfprotokoll?

Prüfpunkt, Kriterium und Nachweis, Ergebnis, Datum und Name der prüfenden Person.

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