CM-Messung am Estrich mit Druckflasche und Manometer
Bild: Wohnstoffkunde

Bodenbeläge

Teil von Wie lassen sich Bodenbeläge für Wohnräume vergleichen und auswählen?

Bodenbelag prüfen mit Checkliste für Raumklima, Untergrund und Nutzung

Bodenbelag prüfen: abhakbare Checkliste für Bauleiter zu CM-Messung, Raumklima, Nutzungsklasse, Trittschall, Emissionen, DIN 18365 und Rückbau sowie Entsorgung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Belegreife wird per CM-Messung nachgewiesen, nicht per Sichtprüfung.
  • Untergrundfeuchte und Raumklima werden mindestens 48 Stunden vor der Verlegung dokumentiert.
  • Nutzungsklasse, Trittschall und Emissionen gehören ins Abnahmeprotokoll.
  • Rückbau, Schichtentrennung und Entsorgung werden vor der Vergabe geklärt.
  • DIN 18365 und die Merkblätter der Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung ergänzen die eigenen Messwerte.

Fünf Schritte vom Ersttermin bis zur Abnahme

Fünf Schritte bis zur Abnahme

  1. BestandsaufnahmeEstrich, Fugen, Feuchtespuren raumweise
  2. CM-MessungBohrkern, Druckflasche, Manometerwert
  3. RaumklimaDatenlogger 48 Stunden vor Verlegung
  4. Belag und KlebstoffNutzungsklasse, Trittschall, Emissionen
  5. AbnahmeCheckliste, erneut messen, Protokoll unterschreiben

Fünf Schritte bis zur Abnahme

  1. BestandsaufnahmeEstrichart, Alter, Fugenbild, Feuchtespuren und Höhenlage werden raumweise fotografiert und mit Datum notiert. Zuständig ist die Bauleitung.
  2. CM-MessungBohrkern entnehmen, Probe in der Druckflasche zerkleinern, Manometerwert ablesen. Jede Messstelle kommt mit Skizze ins Protokoll.
  3. RaumklimaDatenlogger für Temperatur und relative Luftfeuchte aufstellen und mindestens 48 Stunden vor der Verlegung laufen lassen.
  4. Belag und KlebstoffNutzungsklasse, Trittschallminderung und Emissionsnachweise vor der Bestellung prüfen. Bewertungsmaßstäbe für die Innenraumluft nennt das Umweltbundesamt zur Innenraumluft.
  5. AbnahmeCheckliste abhaken, bei Verzug zwischen Messung und Verlegung erneut messen, Protokoll von Bauleitung und Verleger unterschreiben lassen.

CM-Messung und Raumklima im Detail

Die CM-Messung nach der Calciumcarbid-Methode liefert einen Schnellwert der Restfeuchte. Der Bohrkern wird in der Druckflasche mit Calciumcarbid zerkleinert, das entstehende Acetylengas erzeugt Druck, der am Manometer abgelesen wird. Messstellen legt der Prüfer raumweise fest und markiert sie in einer Skizze.

Übliche Belegreifwerte gelten als Orientierung:

CM-Messung und Raumklima

ohne Fußbodenheizung

Zementestrich
2,0 CM-%
Calciumsulfatestrich
0,5 CM-%

mit Fußbodenheizung

Zementestrich
1,8 CM-%
Calciumsulfatestrich
0,3 CM-%

Liegen die Werte darüber, wird die Verlegung verschoben. Während der Verlegung herrschen 18 bis 23 Grad Celsius und 40 bis 65 Prozent relative Luftfeuchte. Diese Bedingungen müssen mindestens 48 Stunden vorher stabil anliegen und bis zur Aushärtung des Klebstoffs bestehen. Bei erdberührten Bauteilen und Altbauten ziehen Planer zusätzlich die Merkblätter der Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung heran, in denen Feuchtebewertung und Trocknung beschrieben sind.

Checkliste für die Abnahme

Die Checkliste wird am Abnahmetag abgehakt. Zu jedem Punkt gehört ein Nachweis in Papier oder Datei.

Untergrund und Raumklima:

  • CM-Messung mit Datum, Prüfer, Messstelle und CM-% im Protokoll.
  • Messwerte unter den Belegreifwerten der jeweiligen Estrichart.
  • Lufttemperatur 18 bis 23 Grad Celsius, relative Luftfeuchte 40 bis 65 Prozent.
  • Klimawerte mindestens 48 Stunden stabil, Aufzeichnung vorhanden.
  • Untergrund sauber und grundiert, frei von Rissen und Ausblühungen.

Nutzung, Schall, Emissionen, Rückbau:

  • Nutzungsklasse nach DIN EN 685 passt zur Nutzung, etwa 23 im Wohnbereich; die Gremien dazu führt der Normenausschuss Bauwesen.
  • Trittschallminderung im Aufbau benannt und mit Kennwert im Protokoll notiert.
  • Emissionsnachweis für Belag und Klebstoff liegt vor, Prüfbericht mit Datum.
  • DIN 18365 ist als Vertragsgrundlage vereinbart, Abweichungen schriftlich geregelt.
  • Rückbau geklärtverklebt oder lose, Schichtentrennung, Entsorgungsweg, Kostenträger.

Abnahmeprotokoll und Zuständigkeiten

Das Protokoll hält Datum, Raum, Messwerte, Klimadaten, Nutzungsklasse und Trittschallkennwert fest. Bauleitung und Verleger unterschreiben, jeder offene Punkt bekommt Frist und Verantwortlichen. Wer die Entsorgung beim späteren Ausbau trägt, wird bereits vor der Verlegung im Vertrag geregelt.

Häufige Fragen

Wie läuft eine CM-Messung ab?

Ein Bohrkern wird gezogen, zerkleinert und in der Druckflasche mit Calciumcarbid vermischt. Der Druck am Manometer zeigt die Restfeuchte in CM-%. Das Ergebnis liegt sofort vor und gehört mit Datum und Messstelle ins Protokoll.

Was regelt DIN 18365?

DIN 18365 regelt Bodenbelagarbeiten in der VOB/C. Das Regelwerk beschreibt Untergrund, Verlegung und Abnahme und ist meist Vertragsbestandteil. Abweichungen brauchen eine Besondere Vertragsbedingung.

Wer sollte die Restfeuchte messen?

Für die Abnahme eignet sich ein neutrales Prüfinstitut oder ein Sachverständiger. So kommen Messergebnis und Ausführung nicht aus derselben Hand.

Was gilt beim Rückbau alter Beläge?

Alte Kleber und Beläge können Schadstoffe enthalten, dazu gibt das Umweltbundesamt zu Chemikalien in Verbraucherprodukten Hinweise. Schichtentrennung und Entsorgungsweg werden vor der Verlegung festgelegt.

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